Wir alle spüren es: so viele Krisen, so wenig Aussicht auf Verbesserung. Kriege, Klimakrise, Genozide, Femizide, Faschismus – die Liste scheint endlos. Oft haben wir das Gefühl, ihr alleine gegenüber zu stehen.
Die aktuellen Kürzungen im Kultur- und Sozialbereich zeigen uns: Wir können uns nicht auf staatliche Unterstützung verlassen. Was wir brauchen sind Orte des Zusammenkommens, an denen wir uns gegenseitig unterstützen und Unterstützung erfahren. Orte, an denen wir gemeinsam Entscheidungen für uns und unsere Communities treffen können. Orte, an denen wir die Angebote schaffen, die wir tatsächlich brauchen. Räume, die Krisen überdauern und eine langfristige Grundlage für gesellschaftliche Veränderung bilden.
Also warum jetzt: Mit Mala Zêrîn haben wir uns zusammengeschlossen, um genau einen solchen langfristigen Ort aufzubauen. Einen Ort des Zusammenkommens, des Austauschs und der Solidarität. In einer Zeit vieler Krisen wollen wir Hoffnung sichtbar machen und neu säen. Auf viele Fragen haben wir noch keine Antwort, aber eines wissen wir: Wir müssen jetzt beginnen, diese Antworten gemeinsam zu suchen.
Einige von uns organisieren sich seit Jahrzehnten im 15. Bezirk, einige leben hier und sind im Bezirk zuhause. Wir möchten Mala Zêrîn bewusst im 15. Bezirk eröffnen, weil dieser schon immer ein Ort war, an dem unterschiedlichste Kulturen zusammenkommen. Dieser Bezirk lebt von seiner Vielfalt und dem täglichen Miteinander verschiedener Menschen, Sprachen und Lebensrealitäten. Gerade deshalb ist er ein Begegnungs-Bezirk.
Ein Haus für Austausch, Dialog und Gemeinschaft macht genau hier Sinn, wo Vielfalt nicht nur ein Wort ist, sondern tägliche Erfahrung im Leben von Menschen, die hier wohnen, arbeiten oder anderweitig den Bezirk prägen. Dieses Zusammenkommen, das den 15. Bezirk auszeichnet, möchten wir stärken.
Wir – das ist derzeit ein Zusammenschluss an verschiedenen politischen Gruppen und Organisationen in Wien. Uns verbinden der Einsatz für soziale Gerechtigkeit sowie Themen wie Feminismus, Klimagerechtigkeit, Antifaschismus und Internationalismus. Auch die kurdische Community und ihre Strukturen sind Teil dieses Zusammenschlusses. Wir sehen die Notwendigkeit für eine politische Initiative, die Themen aufgreift, die Menschen in ihrem Alltag berühren und bewegen. Eine Initiative, in der sich verschiedene Menschen aufgehoben fühlen.
Wir sind überzeugt, dass eine echte Alternative zum bestehenden System nicht einfach entstehen wird, sondern dass wir sie erkämpfen, aktiv gestalten und ständig verteidigen müssen.
Also warum wir: weil wir bereits Teil einer Vielfalt sind und wir diese aktiv stärken wollen. Weil wir Erfahrungen, Perspektiven und Kämpfe unterschiedlicher Gemeinschaften zusammenbringen. Und weil wir glauben, dass gemeinsames Handeln mehr bewirken kann als isolierte Meinungen.
Wir sind viele – und wir möchten noch mehr werden. Mehr Perspektiven, mehr Erfahrungen und mehr Möglichkeiten, voneinander zu lernen. Gerade haben wir noch keine konkreten Angebote, wie du bei uns mitmachen kannst; aber das wird sich allerspätestens mit der Eröffnung von Mala Zêrîn ändern!